Donau-Wanderung:
Immer wieder habe ich so komische Ideen. Vor allem seit ich die Motoradkleidung an den Nagel gehängt habe und nun durch die Welt wandere. Oftmals werden diese Ideen wieder verworfen, manchmal aber auch nicht. Zum Beispiel Anfang Mai 2026, aus irgendeinem Grund hatte ich plötzlich die Donau im Kopf. Die Donau, ein toller Fluss, den kennt doch jeder und alles ist klar. Wirklich ? In Wahrheit ist bei der Donau außer dem Wasser nichts wirklich klar, angefangen von der ‚echten‘ Quelle irgendwo im Schwarzwald, über die neuzeitliche ‚Einfassung‘ in Donaueschingen bis zur tatsächlichen Länge, die irgendwo zwischen 2783 und 2857 Kilometren liegen dürfte. Außerdem hört und liest man vielerorts vom Donauradweg und tollen Flusskreuzfahrten. Und wie sieht’s mit wandern aus? Wandern, über fast 3000 Kilometer, durch 10 Länder und durch vier Hauptstädte? Wird das nicht langweilig, immer auf der Ebene am Wasser entlang oder kann man das wie beim Rhein- und Moselsteig auch auf andere Art und Weise machen? Fragen über Fragen … Einige Tage (und Nächte) trieben mich diese Gedanken um und schlussendlich setzte ich mich an den Rechner und startete meine Navigationssoftware. Erst mal langsam an das Thema herantasten sowie Recherche im Internet. Das bedeutet für mich konkret, erst einmal die beiden ‚Hauptquellflüsse‘ Brigach und Breg von ihrer jeweiligen Quelle bis zu ihrem Zusammenfluss in Donaueschingen zu erwandern. Was haben wir damals ALLE in der Schule gelernt: Brigach und Breg, bringen die Donau z‘weg, ihr erinnert euch bestimmt. Ob und wie es dann weitergeht, beispielsweise nur die Strecke in Deutschland bzw. Deutschland und Österreich, darüber werde mich mir dann zeitnah Gedanken machen. Die Routen nach Donaueschingen sind mittlerweile geplant, nun kam leider eine Schlechtwetterphase und ich muss in Kürze meine Freizeit durch einen Urlaub unterbrechen. Sowas aber auch. Danach geht sie aber los, die Donau-Wanderung, da könnt ihr sicher sein. Bis bald ! Vorspiel Teil 1 - Die Brigach Am 26. Mai 2026 ist es dann soweit, nach einer Zugfahrt und einem einstündigen ‚Warmlaufen‘ stehe ich beim Hirzbauernhof an der Quelle der Brigach auf einer Höhe von ca. 917 Metern. Was ich dort sehe ist allerdings etwas enttäuschend, ein kleines Rinnsal in einer gemauerten Rinne und darunter ein Tümpel, welcher mehr Pflanzen als Wasser enthält. Nun ja, ich bin ja zum wandern hierherauf gekommen und nicht zum schwärmen, daher geht es nach ein paar Fotos weiter den Berg hinauf. Moment mal, von der Quelle ab weiter hinauf, ich dachte das Wasser fließt bergab ? Ja natürlich aber ich habe ja nicht vor, nur direkt am Wasserlauf entlang zu wandern, das wäre auf Dauer bestimmt zu öde. Daher plane ich meine Routen so, dass ich immer in der Nähe der Bach- und Flussläufe bleibe und von Zeit zu Zeit immer wieder dahin zurückkehre. Also geht es ein kurzes Stück nach oben, dort treffe ich mit dem Mittelweg einen ‚alten Bekannten‘. Diesem folge ich ein Stück weit Richtung Osten und es geht langsam bergab Richtung Sankt Georgen. Unterwegs bietet sich ein Aussichtspunkt mit Blick auf den Ort Brigach für eine kleine Pause an. Im Anschluss erreiche ich bald Sankt Georgen, wo ich wieder auf die Brigach treffe (ca. 811 Meter), diese sieht mittlerweile so aus: Beim Bahnhof Sankt Georgen steigt der Weg wieder an und nach 45 Minuten komme ich an der Röhlinswaldhütte vorbei. Es geht weiter bergab auf einem kleinen Weg, der plötzlich verschwunden ist. Daher folgt ein Ausflug über eine Kuhweide, wo mich die Tiere nur verwundert anschauen. Wieder zurück auf der Straße erreiche ich die Stockburger Mühle und dort auch wieder die Brigach auf ca. 776 Metern. Auf der anderen Talseite steigt der Weg wieder an, mittlerweile zeigt das Thermometer 27 Grad und ich bin froh, dass der Weg meist im Wald verläuft. Hier begegnet mir dann u.a. der Ostweg. Nach einer guten Stunde treffe ich vor dem alten Kirnacher Bahnhof im Wald auf den Tüttel-Brunnen mit herrlich kühlem Wasser. Genau zum richtigen Zeitpunkt, da mein Wasservorrat fast aufgebraucht ist. Nach wenigen Metern bin ich wieder an der Brigach und komme auf einem schattigen Weg an der Feldner Mühle (743 Meter) vorbei. Es ist genau 16.00 Uhr, als ich den Kurpark von Villingen erreiche und mir dort auf der Terrasse ein isotonisches Kaltgetränk gönne. Anschließend führt mein Weg hinunter zur Brigach auf 735 Meter, an der ich weiter zur Altstadt und zu meiner heutigen Übernachtung gehe. Insgesamt waren es heute 22,4 km Strecke. Die Wanderroute ist hier in Magenta dargestellt und der Verlauf der Brigach in Blau: Es ist der 27. Mai 2026 und ich gehe kurz nach 8 Uhr nach einem guten Frühstück durch die fast menschenleere Altstadt von Villingen zum Bahnhof. Dort treffe ich auf einer Höhe von ca. 703 Metern wieder auf die Brigach. An deren Ufer geht es momentan noch kühl und schattig eine Viertelstunde in südlicher Richtung entlang. Dann folgt der erste Anstieg und vorbei an der ‚Kapelle der Mutter Gottes und dem Heiligen Apostel Judas Thaddäus‘ führt der Weg weiter nach Rietheim. Von dort führt der Weg abwärts nach Kirchdorf, unweit von Bad Dürrheim. Vor dem Ort treffe ich wieder auf die Brigach (691 Meter). Es folgt ein langweiliges Teilstück, denn es geht auf Asphalt durch den Ort Klengen und später über Wiesen und Felder sowie einer Bundeswehr-Kaserne vorbei. Am Ortsrand von Donaueschingen zwingt mich eine Baustelle auch noch zu einer Umleitung durch das Industriegebiet. Um 11.30 Uhr stehe ich im Schlosspark an der eingefassten Donauquelle, lt. Hinweistafel beginnt die Donau hier auf 678 Metern Höhe ihren 2840 Kilometer langen Weg zum Schwarzen Meer. Im Internet findet sich bei der Schwarzwald Tourismus GmbH folgender Text: Um die Donauquelle – sie liegt zwischen der im böhmischen Barock erbauten Stadtkirche St. Johann und dem Fürstlich Fürstenbergischen Schloss – ranken sich viele Mythen und Geschichten. An diesem faszinierenden Ort quillt im kunstvoll eingefassten Quelltopf das kristallklare Wasser fast unbemerkt aus der Erde. Nur wer genau hinschaut, erkennt die stetig aufsteigenden Blasen im türkisfarbenen Quellwasser. Im Schwarzwald ist dieses versickert und unterirdisch zum Rand des Gebirges geflossen. Hier in Donaueschingen kommt es in einer sogenannten Karstaufstoßquelle wieder ans Tageslicht. Seit dem Besuch des römischen Feldherrn und späteren Kaisers Tiberius im Jahre 15 v. Chr. gilt diese Quelle – eine von vielen in diesem Bereich – als Quelle der Donau. Über dem kunstvoll gefassten Quelltopf thront die allegorische Skulptur „Mutter Baar“. Sie weist der „jungen Donau“ den Weg zum Schwarzen Meer. Und wo ist die junge Donau? Der von der Quelle wegfließende Donaubach wurde bei der Neugestaltung des Schlosshofes unterirdisch zur Brigach abgeleitet. Wo dieser sich mit der Brigach trifft, befindet sich der Donautempel, der 1910 zu Ehren der jungen Donau nach einem Entwurf von Kaiser Wilhelm II errichtet wurde. Von dieser Quelle führt mich mein Weg hinunter zur Brigach, wo ich bald darauf auf den o.g. Donautempel treffe. Eine Viertelstunde später stehe ich am Donauursprung genannten Zusammenfluss von Brigach und Breg. Hier endet auf einer Höhe von ca. 680 die Brigach (links oben zu sehen). Insgesamt waren es heute 17,4 km Strecke. Die Wanderroute ist hier in Magenta dargestellt und der Verlauf der Brigach in Blau: Fortsetzung folgt !